Roter, weißer, blauer Himmel: Chandras Geschenk vom 4. Juli

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Die NASA hat uns dieses Mal nicht nur ein Feuerwerk beschert.

Chandra, ihr Röntgenobservatorium, hat vier neue Bilder veröffentlicht. Sie sehen aus wie Fahnen. Nicht weil der Weltraum Patriotismus hat. Sondern weil der 4. Juli Amerikas Geburtstag ist. Zweihundertfünfzig Jahre. Auch der Kosmos feiert, auf seine eigene stille, gewalttätige Art.

Das sind nicht nur Bilder. Es sind Karten von Wärme und Licht. Überhitztes Gas. Spiralgalaxien. Nebel, die Sterne hervorbringen, und Supernovae, die sie zerstören.

„Daten werden zu Musik, wenn man es zulässt.“

Das ist der Sonifikationsteil. Das Chandra-Team wandelte Röntgenmesswerte in Schall um. Frequenzen werden Instrumenten zugeordnet. Es ist himmlischer Klang. Hören Sie sich jetzt die Daten an. Es fühlt sich anders an, als es anzusehen.

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Beginnen Sie hier. Ein Galaxienhaufen. Rot. Blau. Es leuchtet.

Das Rot kommt von Chandra. Es zeigt überhitztes Gas. Riesige Mengen davon. Umgebende Galaxien in einer Entfernung von 4 Milliarden Lichtjahren. In Fische. Der blaue Teil sind Hubble-Daten. Optisches Licht.

Auch hier gibt es dunkle Materie.

Wir können dunkle Materie nicht sehen. Es berührt kein Licht. Wir wissen nur, dass es da ist, weil die Schwerkraft auf Dinge wirkt, die wir sehen können. Es ist ein Geist. Ein schwerer Geist, der die Traube zusammenhält. Laut NASA hilft Hubble dabei, seine Anwesenheit aufzudecken. Ohne sie könnte das rote Gas auseinanderfliegen.

Messier 94

Als nächstes kommt Messier 94.

Die Leute nennen es manchmal die Katzenaugengalaxie. Es ist eine Spirale. 16 Millionen Lichtjahre entfernt. Sitzen in Canes Venatici – dem Sternbild der Jagdhunde.

Chandra sah ihm in die Augen.

In Kombination mit bodengestützten Teleskopen heben die Röntgendaten das Zentrum hervor. Ein Starburst-Ring. Dort werden neue Stars geboren. Schnell. Heftig.

Hier ist der seltsame Teil. Diese Galaxie hat keine dunkle Materie. Oder zumindest nicht genug davon.

Warum? Wir wissen es nicht. Es verstößt gegen die üblichen Regeln. Astronomen stecken fest, um die Antwort zu finden. Es wird das Geheimnis nicht preisgeben.

NGC 3603

Näher an der Heimat.

NGC 3602 befindet sich in der Milchstraße. 20.000 Lichtjahre entfernt. Sternbild Carina. Südlicher Himmel.

Es ist eine Mischung aus Hubble-Licht (optisch, Infrarot, UV) und Chandra-Röntgenstrahlung.

Das Ergebnis ist ein Gasknoten. Tausende Sterne. Einige von ihnen sind riesig. Wirklich massiv.

„Lebe schnell, stirb jung.“

Das ist der Deal hier. Diese Giganten verbrennen ihren Wasserstoffbrennstoff schnell. Dann bumm. Supernova. Sie bleiben nicht lange. Der Nebel ist wunderschön, ja, aber er ist auch ein lauernder Friedhof.

Cassiopeia A

Und schließlich. Der mit einer Geschichtsstunde.

Cassiopeia A ist ein Überrest. Eine Hülle aus Gas.

Im 16. Jahrhundert sahen die Menschen auf der Erde in Cassiopeia einen hellen Stern erscheinen. Sie haben es beobachtet. Es verblasste. Aber diese Explosion? Es passierte nicht, als sie zusahen.

Licht braucht Zeit.

Der Stern ist 11.0001.0002 Lichtjahre entfernt. Die Explosion ereignete sich vor über 10.0001.0 Jahren. Wir haben die Postkarte erst heute bekommen.

Der tote Stern war schwer. 151.522 bis 2255-fache Masse der Sonne. Vielleicht mehr.

Jetzt ist es ein Ring aus leuchtendem Gas. Rot, Weiß, wieder Blau. Chandra stellte die Röntgenbilder zur Verfügung. Das James-Webb-Teleskop fügte Infrarot hinzu. Zusammen zeigen sie die Hülle deutlich.

Wir blicken in die Vergangenheit. Stets.

Was fehlt uns sonst noch?

Vielleicht nichts. Vielleicht alles.

Die Daten liegen dort. Ruhig. Bis du es aufdrehst. 🎧