Bellecour wurde nicht mit einem silbernen Löffel oder einem Drehbuch in der Hand geboren. Er wurde am 16. Januar 1725 in Paris geboren und war eigentlich der Sohn eines Porträtmalers. Man könnte erwarten, dass ihn diese künstlerische Abstammung zu Pinseln und Leinwänden führt. Und für eine Weile tat es das auch. Seine Jugend verbrachte er als Maler.
Doch die Bühne rief lauter.
Er hat klein angefangen. Amateurtheaterproduktionen. Dann kamen die Provinzen. Der Erfolg, den er dort fand, erzwang einen Umschwung. Er legte den Pinsel weg und nahm eine Rolle. Als er am 21. Dezember 1750 die Bühne der legendären Comédie-Française betrat, hatte er seine Wahl bereits getroffen. Er debütierte als Achilles in Racines „Iphigénie“. Es war ein hochkarätiger Beitrag. Eine tragische Rolle. Aber es war nicht seine Zukunft.
Der Lekain-Effekt
Hier wird das Drama persönlich. Bellecour trat genau zur gleichen Zeit in das Unternehmen ein wie François-Joseph Talmas Rivale, der berühmte französische Tragiker Lekain. Sie waren Zeitgenossen. Sie waren Konkurrenten.
Bellecour hatte, was Lekain fehlte: eine hervorragende Bühnenpräsenz. Es war magnetisch. Das Publikum bevorzugte ihn. Für einen kurzen Zeitraum hatte Bellecour die Tragödie in der Hand.
Dann wurde Lekain offiziell aufgenommen. Die Dynamik änderte sich augenblicklich. Bellecour hat nicht nur verloren. Er verzichtete gänzlich auf die tragischen Rollen. Es klingt wie eine Herabstufung. Es war tatsächlich eine Befreiung.
Er wurde ein herausragender Komiker. Es war die Rolle, für die er wirklich geeignet war. Die Tragödie war ein Umweg. Comedy war das Ziel.
„Nach Lekains formeller Aufnahme in das Unternehmen verzichtete Bellecour jedoch auf die tragischen Rollen und wurde so zu einem herausragenden Komiker.“
Der Erfolg eines Dramatikers
Er hat nicht nur gespielt. Er schrieb. Im Jahr 1761 verfasste er „Les Fausses Apparences“ („Die falschen Erscheinungen“). Es war erfolgreich. Ein Beweis für seine Doppelbegabung.
Er blieb in Paris. Er blieb auf der Bühne. Bis zum Ende.
Bellecour starb am 19. November 1778 in seiner Heimatstadt Paris. Er hinterließ ein Erbe, das von einer einzigen, entscheidenden beruflichen Wende geprägt war. Er hätte Maler sein können. Er wäre vielleicht ein Tragiker geblieben, wenn Lekain nicht angekommen wäre. Aber er wurde Bellecour. Die Comic-Ikone der Comédie-Française.
Im Jahr 1778 wurden die Bühnenlichter für ihn gedimmt. Aber die Stücke, die er schrieb, und die Rollen, die er spielte, bleiben bestehen. Lange nachdem der Vorhang gefallen war.














