Kasachstans mutiger Plan, Tiger nach 70 Jahren zurückzubringen

5

Kasachstan startet ein ehrgeiziges Projekt, um zum ersten Mal seit über sieben Jahrzehnten wieder Tiger in seinem Land anzusiedeln. Der letzte der einheimischen Kaspischen Tiger verschwand Ende der 1940er Jahre aufgrund von Jagd, Lebensraumverlust und rückläufigen Beutepopulationen. Jetzt arbeitet das Land daran, das Ökosystem wiederherzustellen und diese Spitzenprädatoren zurückzubringen – ein bedeutendes Unterfangen, das nicht nur die Umsiedlung von Tieren, sondern auch eine umfassende Wiederherstellung der Umwelt erfordert.

Die Wiedereinführungsstrategie

Die Wiedereinführungsbemühungen sind ein vielschichtiger Ansatz. Zwei in Gefangenschaft lebende Amur-Tiger, ein Männchen namens Kuma und ein Weibchen namens Bodhana, sind bereits aus den Niederlanden angekommen und leben im Naturschutzgebiet Ile-Balkhash. Obwohl diese Tiger nicht in die Wildnis entlassen werden, wird von ihnen erwartet, dass sie sich vermehren und die Grundlage für eine neue, genetisch lebensfähige Population bilden.

Das Programm basiert jedoch nicht ausschließlich auf der Zucht in Gefangenschaft. Kasachstan rechnet damit, ab der ersten Jahreshälfte 2026 wilde Amur-Tiger aus Russland zu erhalten. Genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Amur- und Kaspische Tiger eng miteinander verwandt sind – im Wesentlichen dieselben Arten, die durch historische menschliche Aktivitäten voneinander getrennt sind –, was sie zu geeigneten Ersatztieren macht. Dies unterstreicht einen wichtigen Punkt: Erfolgreiche Wiederansiedlungen hängen oft davon ab, dass die beste genetische Übereinstimmung gefunden wird, wenn die ursprüngliche Population verloren geht.

Die Rolle der massiven Wiederaufforstung

Damit das Programm erfolgreich ist, brauchen Tiger ein blühendes Ökosystem, in das sie zurückkehren können. Hier kommt eine groß angelegte Baumpflanzinitiative ins Spiel. Seit 2021 hat Kasachstan rund 1,4 Milliarden Bäume gepflanzt, darunter 87.000 Setzlinge und Stecklinge, die speziell zur Wiederherstellung des Tigerlebensraums in der Nähe des Balchaschsees in der Region Südbalchasch gepflanzt wurden.

Dabei geht es nicht nur darum, Bäume zu pflanzen; Es geht um den Wiederaufbau einer gesamten Nahrungskette. Die neu gepflanzten Wälder bieten Schutz, Wasserquellen und eine erhöhte Beutepopulation wie Wildschweine und baktrische Hirsche. Die Wiederaufforstung stabilisiert auch den Wasserfluss, mildert Überschwemmungen und Überschwemmungen und schafft so eine nachhaltigere Umwelt für Tiger und lokale Gemeinschaften. Die Wiederherstellung des Ökosystems ist für Wiedereinführungsbemühungen von entscheidender Bedeutung, da Raubtiere zum Überleben ein gesundes, sich selbst erhaltendes Nahrungsnetz benötigen.

Konflikte zwischen Mensch und Tier abmildern

Die Wiederansiedlung großer Raubtiere ist nicht ohne Risiko. Tiger können eine Gefahr für Nutztiere und in seltenen Fällen auch für Menschen darstellen. Kasachstan geht dieses Problem proaktiv mit mehreren Maßnahmen an:

  • Spezielle Tracking-Teams: Mithilfe von Satellitenhalsbändern wird das Programm die Bewegungen freigelassener Tiger überwachen und auf mögliche Konflikte reagieren.
  • Gemeinschaftliches Engagement: Sensibilisierung der Anwohner für das Verhalten von Tigern und Förderung des Zusammenlebens.
  • Entschädigungssysteme: Bereitstellung finanzieller Unterstützung für Gemeinden, die von Viehverlusten aufgrund von Tigern betroffen sind.
  • Zuschüsse für nachhaltige Entwicklung: Bietet wirtschaftliche Anreize für Ökotourismus und nachhaltige Landwirtschaft.

Eine aktuelle Studie zur Wiederansiedlung russischer Tiger zeigt die Herausforderungen: Ein rehabilitierter Tiger tötete über ein Dutzend Ziegen und zeigte keine Angst vor Menschen, sodass er schließlich in einen Zoo gebracht werden musste. Das kasachische Programm lernt aus diesen Erfahrungen und legt Wert auf proaktive Schadensbegrenzung, um solche Vorfälle zu minimieren.

Blick nach vorne

Das Tiger-Wiederansiedlungsprojekt in Kasachstan ist ein mutiges und komplexes Unterfangen, das erhebliche Investitionen sowohl in das Wildtiermanagement als auch in die Wiederherstellung des Ökosystems erfordert. Der langfristige Erfolg hängt von sorgfältiger Planung, fortlaufender Überwachung und effektiver Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften ab. Das Engagement des Landes für Wiederaufforstung und proaktive Konflikteindämmung zeigt, dass ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, um sicherzustellen, dass Tiger wieder durch das Land streifen.

Das Programm dient als Modell für andere Länder, die sich für die Wiederherstellung der Spitzenprädatoren einsetzen. Die Wiederherstellung dieser Schlüsselarten kann kaskadierende Vorteile für ganze Ökosysteme haben, erfordert jedoch ein umfassendes, langfristiges Engagement sowohl für die ökologische Wiederherstellung als auch für das Zusammenleben von Mensch und Tier.

Попередня статтяDas Webb-Teleskop enthüllt atemberaubende Details des „freigelegten Schädelnebels“.
Наступна статтяJames Webb enthüllt unheimlichen menschlichen Nebel: den „freigelegten Schädel“