Die Antarktis, ein Kontinent, der etwa viermal so groß ist wie die Vereinigten Staaten, ist auch heute noch fast vollständig von kilometerdicken Eisschilden umgeben. Doch geologische Aufzeichnungen zeigen, dass der Südpol nicht immer gefroren war. Das letzte Mal, dass die Antarktis weitgehend eisfrei war, war vor etwa 34 Millionen Jahren, was einen entscheidenden Wandel in der Klimageschichte der Erde markierte.
Der Eozän-Oligozän-Übergang
Vor etwa 50 Millionen Jahren erlebte die Erde deutlich wärmere Temperaturen, die im Durchschnitt etwa 14 °C über dem heutigen Niveau lagen. Im Laufe der nächsten 16 Millionen Jahre sanken die Temperaturen allmählich. Zur Zeit der Eozän-Oligozän-Grenze – vor 34 Millionen Jahren – war der Planet noch 8 °C wärmer als heute, aber die Bedingungen veränderten sich rasch in Richtung Vereisung. In dieser Zeit war die Antarktis zum letzten Mal weitgehend eisfrei und ähnelte der Tundra und den Nadelwäldern im heutigen Norden Kanadas.
Zwei Haupttreiber des Wandels
Der Übergang erfolgte nicht plötzlich; es wurde durch eine Kombination von Faktoren angetrieben. Kohlendioxid (CO2)-Werte und Kontinentalbewegungen spielten eine entscheidende Rolle. Die atmosphärische CO2-Konzentration sank vor 60 bis 50 Millionen Jahren von etwa 1.000 bis 2.000 Teilen pro Million (das 2,5- bis 5-fache des heutigen Niveaus) und löste damit einen globalen Abkühlungstrend aus. Gleichzeitig entstand durch die Trennung Südamerikas von der Antarktis die Drake-Passage, eine entscheidende Meeresströmung, die den Kontinent effektiv isolierte.
Die Öffnung der Drake-Passage führte zur Bildung einer zirkumpolaren Strömung, die wärmere Luftmassen daran hinderte, die Antarktis zu erreichen, und die Abkühlung beschleunigte.
Geologische Beweise: Sauerstoffisotope
Wissenschaftler bestätigen diese Verschiebung durch die Analyse von Sauerstoffisotopen in alten Meeressedimenten. Kontinentales Eis enthält bevorzugt leichtere Sauerstoffisotope (Sauerstoff-16), während schwerere Isotope (Sauerstoff-18) in den Ozeanen konzentriert bleiben. Ein starker Anstieg des Sauerstoff-18-Verhältnisses in versteinerten Muscheln vor etwa 34 Millionen Jahren liefert überzeugende Beweise für die Bildung einer großen Eisdecke. Dies bestätigt, dass sich die Bedingungen für eine gefrorene Antarktis zu dieser Zeit schnell entwickelten.
Könnte die Antarktis wieder eisfrei sein?
Obwohl dies in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, sind sich Wissenschaftler einig, dass die Antarktis bei ausreichender Erwärmung wieder in einen eisfreien Zustand zurückkehren könnte. Die Erde hat schon früher ähnliche Veränderungen durchgemacht, und künftige Klimaveränderungen könnten einen weiteren solchen Wandel auslösen. Forscher betonen jedoch, dass die Eindämmung der aktuellen, vom Menschen verursachten Erwärmung von entscheidender Bedeutung ist, um das schlimmste Szenario zu verhindern, da selbst ein teilweiser Eisverlust katastrophale Folgen für den globalen Meeresspiegel hätte.
Die vergangene eisfreie Zeit in der Antarktis unterstreicht die Empfindlichkeit des Planeten gegenüber Klimaschwankungen. Understanding these historical shifts is crucial for informing present-day climate policy and mitigating future risks.
