Seit Jahrhunderten arbeiten Menschen in Teilen Afrikas mit Honigführern – kleinen Vögeln, die sie zu Bienenstöcken führen. Untersuchungen zeigen nun, dass es sich hierbei nicht nur um Zusammenarbeit handelt; Es handelt sich um eine sprachliche Partnerschaft mit unterschiedlichen „Dialekten“, die von Honigjägern in verschiedenen Regionen Mosambiks verwendet werden. Die in People and Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass die menschlichen Signale an die Vögel sogar zwischen den umliegenden Dörfern unterschiedlich sind und dass Neuankömmlinge schnell die lokale Art, mit ihnen zu sprechen, übernehmen.
Eine einzigartige Partnerschaft
Die Beziehung zwischen Menschen und größeren Honigführern (Indikatorindikator ) ist selten. Die Vögel profitieren davon, dass sie Zugang zu Bienenwachs und Larven haben, die nach der Honigernte durch Menschen übrig bleiben, und vermeiden so Stiche. Menschen erhalten einen zuverlässigen Wegweiser zu Wildbienenstöcken, die in manchen Gemeinden eine lebenswichtige Ressource sind. Das ist kein Zufall; es ist ein aktiver Austausch. Jäger rufen, Vögel reagieren und die Jagd beginnt.
Dies ist einer der wenigen dokumentierten Fälle, in denen Menschen und Wildtiere absichtlich und koordiniert miteinander kommunizieren. Die Studie legt nahe, dass die Vögel nicht nur einem erlernten Verhalten folgen; Sie verstärken aktiv regionale Dialekte unter den Menschen.
Wie Dialekte entstehen
Forscher erfassten über 130 Honigjäger im Niassa-Sonderreservat im Norden Mosambiks und analysierten ihre Rufe an die Vögel. Die Rufe variierten erheblich zwischen den Dörfern, selbst wenn diese Dörfer denselben Lebensraum hatten. Das bedeutet, dass die Umgebung das Signal nicht diktiert ; Die lokale Tradition tut es.
Interessanterweise wechselten die Menschen, wenn sie zwischen Dörfern zogen, schnell zum lokalen Dialekt, der von den Honigführern verwendet wurde. Dies deutet auf einen starken kulturellen Anpassungsdruck hin, der dafür sorgt, dass die Vögel die Signale erkennen. Jessica van der Wal, Hauptautorin der Studie, erklärt: „Es gibt eine Sprache, die sie mit den Vögeln verwenden, aber es gibt verschiedene Dialekte.“
Warum das wichtig ist
Die Tatsache, dass menschliche Dialekte das Verhalten von Wildtieren beeinflussen, ist überraschend. Die Vögel scheinen für Konsistenz in der menschlichen Kommunikation zu sorgen und regionale Muster zu verstärken. Wenn Honeyguides unbekannte Rufe diskriminieren, könnte dies erklären, warum menschliche Dialekte über die Zeit stabil bleiben.
Dies deutet auf eine koevolutionäre Dynamik hin, bei der die Vögel nicht nur auf menschliche Signale reagieren, sondern diese auf subtile Weise formen. Es ist ein einzigartiges Beispiel dafür, wie Kultur, selbst in der Art und Weise, wie wir mit Wildtieren interagieren, tief in unserer Spezies verwurzelt ist.
Zukünftige Forschung
Van der Wals Team plant, die Studie auf ganz Afrika auszuweiten und das Verhalten von Honigführern in mehreren Ländern zu dokumentieren. Das Pan-African Honeyguide Research Network wird weiterhin die Interaktionen zwischen Mensch und Vogel analysieren und untersuchen, wie sich Praktiken und Signale unterscheiden. Ziel ist es herauszufinden, ob Menschen und Vögel die Kulturen des anderen gegenseitig beeinflussen.
Die langfristige Zusammenarbeit zwischen diesen Arten – die sich wahrscheinlich über Hunderte oder Tausende von Jahren erstreckt – hat ein faszinierendes System geschaffen, in dem beide Seiten von einer klaren, konsistenten Kommunikation profitieren. Diese Forschung unterstreicht die Kraft der kulturellen Weitergabe auch in nichtmenschlichen Kontexten.
