Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Hummelköniginnen bis zu einer Woche lang atmen können, während sie vollständig untergetaucht sind, eine entscheidende Anpassung für das Überleben überfluteter Überwinterungshöhlen. Die in Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Entdeckung beleuchtet einen übersehenen Aspekt des Winterschlafs von Insekten: die Widerstandsfähigkeit gegenüber Staunässe.
Die unerwartete Entdeckung
Die Fähigkeit kam fast zufällig ans Licht. Während die Forscherin Sabrina Rondeau an der University of Guelph die Auswirkungen von Pestiziden auf Hummeln untersuchte, stellte sie fest, dass mehrere Königinnen, die versehentlich in mit Wasser gefüllte Röhren getaucht wurden, überlebten – und normal weiterlebten. Dies führte zu weiteren Untersuchungen darüber, wie es den Insekten gelang, über längere Zeiträume unter Wasser am Leben zu bleiben.
Warum das wichtig ist
Hummelköniginnen gehen jedes Jahr für sechs bis neun Monate in einen winterschlafähnlichen Zustand namens Diapause. Während dieser Zeit nisten sie in flachen unterirdischen Höhlen, die anfällig für Überschwemmungen durch Regen oder Schneeschmelze sind. Ohne die Fähigkeit, unter Wasser zu überleben, würden diese Königinnen vor dem Frühling ertrinken, was sie daran hindert, neue Kolonien zu gründen. Diese Anpassung ist daher für ihr Überleben und den Fortbestand der Hummelpopulationen von entscheidender Bedeutung.
Wie sie unter Wasser atmen
Die Studie klärt den genauen Mechanismus noch nicht, deutet aber darauf hin, dass Königinnen entweder ihre Stoffwechselrate deutlich reduzieren oder dem Wasser Sauerstoff entziehen, und zwar auf eine Weise, die bisher bei Insekten unbekannt war. Erin Treanore, Biologin bei Duke Farms, weist darauf hin, dass sich frühere Forschungen auf kalte und trockene Bedingungen während der Diapause konzentrierten, dies jedoch eine der ersten Studien ist, die die Widerstandsfähigkeit von Hummeln gegen Überschwemmungen belegt.
„Das ist bemerkenswert“, sagt Dr. Treanore. „Es ist eine entscheidende Anpassung, die es diesen Königinnen ermöglicht, Bedingungen zu überleben, die viele andere überwinternde Insekten töten würden.“
Der Befund unterstreicht die Komplexität der Überlebensstrategien von Insekten und wirft Fragen darüber auf, wie andere Arten mit extremen Umweltveränderungen umgehen. Das Verständnis dieser Anpassungen wird immer wichtiger, da der Klimawandel zu häufigeren und schwerwiegenderen Wetterereignissen, einschließlich Überschwemmungen, führt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Überleben von Hummelköniginnen unter Wasser eine bemerkenswerte Leistung der natürlichen Anpassung ist. Diese Entdeckung unterstreicht, dass selbst in gut untersuchten Organismen noch grundlegende Überlebensmechanismen darauf warten, entdeckt zu werden.





















