König Charles eröffnet den längsten Küstenweg der Welt: Englands 2.689-Meilen-Trail

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König Charles III. hat den King Charles III England Coast Path offiziell eröffnet, eine durchgehende Wanderroute, die die gesamte englische Küste umspannt. Laut Natural England – der für seine Schaffung verantwortlichen Regierungsbehörde – ist er mit 2.689 Meilen mittlerweile der längste bewirtschaftete Küstenwanderweg weltweit.

Eine lang erwartete Errungenschaft

Dieses Projekt stellt einen bedeutenden Meilenstein für den öffentlichen Zugang zu Englands Naturlandschaften dar. Zum ersten Mal können Wanderer die Küste ungestört überqueren und die vielfältige Küstenschönheit des Landes erleben. Der Weg schlängelt sich durch Salzwiesen, Sandstrände, dramatische Klippen, historische Städte und bemerkenswerte Orte wie das Kreideland der Seven Sisters in East Sussex, das ebenfalls zum neuen nationalen Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Jahrzehnte in der Entstehung

Die Vollendung des Weges ist der Höhepunkt von 18 Jahren Arbeit in sieben verschiedenen Regierungen, beginnend unter der Regierung von Gordon Brown. Während ein Großteil der Strecke bereits existierte, wurden über 1.000 Meilen neuer Wege angelegt und viele bestehende Abschnitte wurden modernisiert. Dazu gehörten die Erneuerung von Wegen, die Beseitigung von Hindernissen sowie der Bau von Promenaden und Brücken. Ungefähr 80 % des Weges sind jetzt geöffnet, der Rest soll bis Jahresende fertiggestellt sein.

Die einzigartigen Merkmale des Pfades

Bei der neuen Route kommt es nicht nur auf die Länge an; es geht um den Zugang. Der Marine and Coastal Access Act von 2009 ermöglichte die Schaffung dieses durchgehenden Weges und öffnete zuvor gesperrtes Land – Strände, Dünen und Klippen – für die Öffentlichkeit. Auch die Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität wurde verbessert.

Allerdings ist der Weg nicht ohne Herausforderungen. Einige Abschnitte erfordern Umwege, beispielsweise eine Fähre über den Mersey im Nordwesten Englands. Andere, wie ein Abschnitt entlang des Flusses Erme im Süden von Devon, erfordern das Waten durch das Wasser bei Ebbe. Laut Projektleitern sind diese Macken Teil der Erfahrung.

Anpassung an den Klimawandel

Der Weg wurde unter Berücksichtigung langfristiger Umweltveränderungen konzipiert. Einzigartig im englischen Recht ist, dass die Route Bestimmungen zur Verlegung ins Landesinnere („Rollback“) enthält, wenn Küstenerosion oder steigender Meeresspiegel Abschnitte unbrauchbar machen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Weg trotz natürlicher Verschiebungen durchgehend bleibt. Jüngste Erdrutsche, wie einer in Dorset, zeigen die Notwendigkeit dieser Anpassungsfähigkeit, wobei Umleitungen schnell durch Landbesitzervereinbarungen gelöst werden konnten.

Ein Vermächtnis des Zugangs

Die Wohltätigkeitsorganisation Ramblers, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg für den Zugang zur Küste einsetzt, bezeichnet den Weg als „transformatorisch“. Der Weg bietet nicht nur eine durchgehende Wanderroute, sondern ermöglicht auch den Zugang zur Hochwassermarke, sodass Stranderkundungen und Erholung möglich sind.

Die Fertigstellung des King Charles III England Coast Path eröffnet auch die Möglichkeit einer Verknüpfung mit bestehenden Wanderwegen in Wales (der 870 Meilen lange Wales Coast Path, fertiggestellt 2012) und Schottland (wo der Zugang durch Roaming-Gesetze gewährt wird). Eine kontinuierliche Küstenwanderung rund um die gesamte Insel Großbritannien könnte in Zukunft Realität werden.

Der King Charles III England Coast Path ist mehr als nur ein Wanderweg; Es ist ein Beweis für die Bedeutung des öffentlichen Zugangs zu Naturräumen, der Erhaltungsbemühungen und der Anpassung an eine sich verändernde Umwelt.

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